Suchtgefahren im Betrieb
Der Arbeitskreis "Suchtgefahren im Betrieb" (AK SiB) – ein Netzwerk kommunaler Prävention
Sie sind interessiert an Fragen betrieblicher Suchtvorbeugung? Sie suchen Ansprechpartner und Kontakte, die hilfreich sind bei der Gesunderhaltung Ihrer Mitarbeiter?
Dann sind Sie hier an der richtigen Stelle – aber der Reihe nach…
Gegründet wurde der AK SiB (damals noch „Arbeitskreis Sucht im Betrieb“), durch eine Initiative aus der Selbsthilfe für Alkoholkranke (Kreuzbund), der Fachstelle für Suchtvorbeugung und der IHK zu Dortmund. Seitdem liegt die Geschäftsführung bei der Fachstelle in Kooperation mit der IHK, die sich – als ein wichtiger Partner - der Bedeutung betrieblicher Suchtvorbeugung bewusst ist.
Betriebliche Gesundheitsförderung, hier betriebliche Suchtvorbeugung als ein Bestandteil davon, versteht sich u. a. als Querschnittsaufgabe, an der viele beteiligt sind: Vorgesetzte, Betriebsärzte, Betriebsräte, Kollegen und Betriebliche Ansprechpartner Sucht aber auch externe Partner wie Mitarbeiter aus Beratungsstellen, Selbsthilfe und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen.
In Dortmund sind beide Gruppen im Arbeitskreis „Suchtgefahren im Betrieb“ (AK SiB) vertreten, der seit 1992 besteht und nunmehr fester Bestandteil Betrieblicher Suchtprävention und –hilfe ist. Der AK trifft sich bis zu fünfmal im Jahr und gestaltet jede Sitzung thematisch, dabei werden viele Faktoren berücksichtigt, die mit dem Entstehen von Abhängigkeit zusammenhängen wie z. B.:
- Umsetzen von Dienstvereinbarungen Suchtmittel am Arbeitsplatz
- Schuldenbelastung und Sucht
- Verknüpfung professioneller Hilfe mit Selbsthilfe
- Vorstellung und Diskussion neuer Präventions- und Behandlungskonzepte
Mit dieser vernetzten Struktur wird kommunal der kollegiale und fachliche Austausch im Arbeitsfeld betrieblicher Suchtprävention gefördert, von dem der überwiegende Teil der Mitglieder profitiert. Die Teilnehmer des AK SiB sind wichtige Multiplikatoren, die in ihren Betrieben und Institutionen Ansprechpartner für Suchtfragen sind und somit ein gesundheitsrelevantes, vielschichtiges Thema kommunizieren. Wie bei allen anderen Erkrankungen auch, ist ein frühes Erkennen und Behandeln günstig für den weiteren Verlauf und die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit. Um diese Voraussetzungen zu erfüllen, hat es sich bewährt, Dienstvereinbarungen zu treffen, die in Betrieben eine einheitliche und verbindliche Grundlage für alle Beteiligten im Umgang mit Suchtmitteln bieten. Diese Interventionskonzepte erleichtern es einerseits den Vorgesetzten rascher auf Auffälligkeiten von Mitarbeitern zu reagieren und ermöglichen andererseits Beschäftigten einen schnelleren Zugang zu spezifischen Angeboten von Beratung und Therapie.
Waren Krisenintervention und Vermittlung in Behandlung ehemals die „klassischen“ Felder betrieblicher Suchtberatung, hat sich Suchtprävention in Betrieben weiter entwickelt und gegenwärtig als Bestandteil von Gesundheitsförderung etabliert. Damals stand das Krankheitsbild „Sucht“ nahezu ausschließlich im Vordergrund und dessen Behandlung im Einzelfall; heute wendet man sich eher der Frage zu, was Mitarbeiter gesund hält bzw. was deren Gesundheit fördert.
Ziele von Suchtvorbeugung sind hierbei die Stärkung und Förderung von Persönlichkeit sowie das Erlernen adäquater Konfliktlösungen, die Fähigkeit mit Frustrationen umzugehen und den genussvollen von missbräuchlichem Konsum unterscheiden zu lernen. Die Belegschaft wird in diesem Sinne als wichtige Ressource betrachtet und geschätzt, deren Erhalt Aufgabe von Personal- und Mitarbeiterführung ist. Diese erweiterte Perspektive ermöglicht den Blick auf benachbarte Themen, die mit Abhängigkeitserkrankungen in Zusammenhang stehen können, wie z. B.
- psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz
- Mobbing
- Burnout
- Umgang mit Stress am Arbeitsplatz sowie
- Stoffungebundenen Erkrankungen
Im Folgenden sind einige markante Eckdaten festgehalten, die den Verlauf des „AK SiB“ von der Gründung 1992 bis 2010 dokumentieren:
- April 1992: Gründung des „AK SiB“ mit Unterstützung der IHK zu Dortmund, der Kreuzbund Selbsthilfe und der Fachstelle für Suchtvorbeugung Dortmund
- April 1994: erste protokollierte Sitzung des AK SiB
- Oktober 1997: Herausgabe Broschüre „Haschisch am Arbeitsplatz“ und
- November 1997: Informationsbroschüre „Sucht im Betrieb“
- Ab 07.04.05 benennt sich der „AK Sucht im Betrieb“ um in „Arbeitskreis Suchtgefahren im Betrieb“, damit wird der Fokus um die Perspektive Suchtvorbeugung/Gesundheitsförderung noch stärker berücksichtigt und das bekannte Kürzel „AK SiB“ bleibt erhalten
- Ab 07.04.05 benennt sich der „AK Sucht im Betrieb“ um in „Arbeitskreis Suchtgefahren im Betrieb“, damit wird der Fokus um die Perspektive Suchtvorbeugung/Gesundheitsförderung noch stärker berücksichtigt und das bekannte Kürzel „AK SiB“ bleibt erhalten
- März 2009: Fachtagung „Burnout – wenn Arbeit zum Feind wird“
- Mai 2010: Der „Arbeitskreis Suchtgefahren im Betrieb“ wird im europaweiten FASE – Projekt der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS, Hamm) als „Best Practice“ – Beispiel kommunaler Vernetzung benannt
Wenn Sie sich nun angesprochen fühlen, finden Sie auf unserer Homepage unter „Arbeit“ Ihren Ansprechpartner.
- 0 Kommentar(e)
Sie haben keine Berechtigung einen Kommentar zu hinterlassen.
Bericht aus dem Treffpunkt "Frauen und Sucht"
Am 27. März 2012 referierte die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Frau Bindhu Markil aus der LWL Klinik in Dortmund, zum Thema „Folgen und Risiken von Medikamentenkonsum“. Neben aktuellem Zahlenmaterial und Statistiken ging es vor allem darum, Wirkungsweisen von Schmerzmitteln, Schlafmitteln und psychotropen Medikamenten, deren Einsatzmöglichkeiten und Folgeerscheinungen zu charakterisieren.
Eine lebhafte Diskussion gab es zu der Frage „Ab wann ist der Medikamentenkonsum riskant?“ Gerade im Hinblick auf Hintergründe, Diagnosen und Verbreitung von riskantem Medikamentenkonsum wurde deutlich, dass weit mehr Frauen als Männer betroffen sind und der riskante Einsatz von Medikamenten oft erst sehr spät für das Umfeld deutlich wird. Im Vergleich zu bspw. Alkohol können psychisch wirksame Medikamente viel länger die „Funktionsfähigkeit“ im Alltag gewährleisten, ohne dass es zu Auffälligkeiten kommt.
Weitere Informationen finden Sie in der PowerPoint Präsentation von Frau Markil.


